Europäischer Tag der Sprachen

Seit 2001 – dem europäischen Jahr der Sprachen – wird der Europäische Tag der Sprachen jedes Jahr am 26. September begangen. Ziel des Aktionstages ist es, zur Wertschätzung aller Sprachen und Kulturen in Europa beizutragen. Außerdem sollen die Bürger dazu animiert werden, zusätzlich zur Muttersprache weitere Sprachen zu erlernen.

Wie vielfältig Europas Sprachen sind und welche Auswirkungen diese Vielfalt auf die Arbeit der EU-Gremien hat, wird in den folgenden Zahlen deutlich:

Die drei wichtigsten und meistgesprochenen Sprachen in der EU sind Englisch, Französisch und Deutsch. Bei Sitzungen der EU-Kommission gilt dieses Dreisprachenregime. Im EU-Rat und EU-Parlament wird hingegen immer aus allen und in alle Amtssprachen gedolmetscht.

Fünf Minderheitensprachen (Dänisch, Sorbisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch und Romanes) und eine Regionalsprache (Niederdeutsch) sind gemäß der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen seit 1999 in Deutschland anerkannt. Damit verpflichtet sich Deutschland, diese Sprachen vor dem Aussterben zu schützen, indem sie im öffentlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Leben weiterhin gebraucht werden.

18% der Europäer sprechen Deutsch als Muttersprache – neben Deutschland auch in Österreich, Luxemburg, Belgien und Italien. Damit ist Deutsch die am stärksten vertretene Muttersprache der EU. 14% der EU-Bürger sprechen muttersprachlich Französisch und 13% Englisch.

In der EU gibt es 24 Amts- und Arbeitssprachen. Mit dem Beitritt Kroatiens zur EU am 1.Juli 2013 kam zuletzt Kroatisch hinzu. EU-Gesetze und andere Bekanntmachungen werden immer in allen Amtssprachen veröffentlicht. Jeder EU-Bürger hat außerdem das Recht, sich in einer dieser 24 Sprachen an die Organe der EU zu wenden, und muss in derselben Sprache eine Antwort erhalten.

Die polyglotteste Person in der Europäischen Kommission beherrscht 32 Sprachen. Der Grieche Ioannis Ikonomou ist einer der Übersetzer der Europäischen Kommission. Übrigens: Die Kommission beschäftigt rund 3.000 Übersetzer und Dolmetscher!

51% der EU-Bürger sprechen Englisch – entweder als Muttersprache oder als Fremdsprache. Damit ist Englisch die häufigste in der EU gesprochene Sprache, gefolgt von Deutsch mit 32% und Französisch mit 28%.

Rund 250 Sprachen (inkl. Regional-, Minderheiten- und Migrantensprachen) werden in Europa insgesamt gesprochen.

Ca. 1.000.000.000 EUR pro Jahr kosten Übersetzer und Dolmetscher für die EU-Organe und ‑einrichtungen. Dies entspricht weniger als 1 % des EU-Haushalts bzw. etwas mehr als 2 EUR je EU-Bürger.