Welche Übersetzungstypen gibt es?

Als Interlinearübersetzung wird eine Wort-für-Wort-Übersetzung eines Textes bezeichnet. Dazu wird unter bzw. zwischen den Zeilen des Ausgangstextes die Entsprechung in der Zielsprache angegeben. Die Interlinearübersetzung folgt der Struktur der Ausgangssprache und ist daher häufig grammatikalisch nicht korrekt. Sie dient dem Leser hauptsächlich als Verständnishilfe des Ausgangstextes und um ihm eine Vorstellung von den Strukturen der Ausgangssprache zu vermitteln. Der Zieltext ist bei der Interlinearübersetzung nur zusammen mit dem Ausgangstext verständlich.

Von wörtlichen Übersetzungen wird gesprochen, wenn der ursprüngliche Text Wort für Wort in die Zielsprache übertragen wird. Die Gefahr dabei besteht darin, dass die Bedeutung verdreht oder der Text in manchen Fällen sogar unverständlich wird. Eine wörtliche Übersetzung weicht von der Struktur der Ausgangssprache nur dann ab, wenn die Grammatik und das Stilempfinden der Zielsprache dies erfordern. Der Zieltext ist sprachlich zwar verständlich, nicht jedoch sein Sinn und seine Funktion.

Die philologische Übersetzung dient dazu, Form und Inhalt des Ausgangstextes abzubilden, so dass dem Leser ausgangssprachliche und ausgangskulturelle Denkbewegungen ermöglicht werden. Diese Art der Übersetzung ist meist durch viele Anmerkungen und Fußnoten mit Erklärungen gekennzeichnet. Die philologische Übersetzung ist etwas freier als die wörtliche Übersetzung und wird durch notwendiges Hintergrundwissen ergänzt.

Bei der kommunikativen Übersetzung wird vor allem die inhaltliche Übereinstimmung zwischen dem Ausgangstext und der Übersetzung angestrebt. Der Sinn des Originaltextes soll so deutlich und verständlich wie möglich wiedergegeben werden; auf die formale Entsprechung der beiden Texte wird dagegen kein Wert gelegt. Nicht der Text, sondern die mit dem Text verbundene kommunikative Absicht steht bei dieser Übersetzung im Vordergrund. Der übersetzte Text funktioniert eigenständig in der Zielsprache.

Die bearbeitende Übersetzung bedient sich Erweiterungen, Kürzungen und Vereinfachungen, um den Text für bestimmte Zielgruppen, wie zum Beispiel Kinder oder sprachlich Behinderte, anzupassen. Die bearbeitende Übersetzung wird auch eingesetzt, um Fachliteratur für Laien verständlich zu machen.